SWISS POLO ASSOCIATION
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Polo ist ein auf den ersten Blick einfaches Spiel, im Detail jedoch sind die Abläufe, Rechte und Spielregeln in unzähligen Paragrafen festgeschrieben. Der Sicherheit der Pferde und der Spieler sowie einem ausgeglichenen und durch Spielfluss ausgezeichneten Wettkampf wird höchste Priorität zuteil.

Die wichtigsten Regeln, um Polo grob zu verstehen und dem Spiel zu folgen, sind weiter unten aufgeführt. Das vollständige international gültige Regelwerk der Hurlingham Polo Association finden Sie hier >>>

REGELN IN KÜRZE

Die ersten offiziellen Poloregeln stammen aus England, wo sie erstmals vom 1876 gegründeten Hurlingham Polo Club festgelegt wurden. Drei Jahre später forderten die US-Amerikaner, die den Polosport gerade für sich entdeckt und den Westchester Polo Club in Newport gegründet hatten, die Briten auf, das Hurlingham-Regelwerk festzuschreiben und entsprechende Clubregeln zu definieren. Noch heute besitzen diese Gültigkeit. Die Amerikaner selbst entwarfen das Handicap-System, das 1910 auch von England und Indien übernommen wurde.

Das Spielfeld
Polo kann auf praktisch jedem ebenen Feld einer ausreichenden Grösse mit einem guten und permanent gepflegten Untergrund (nicht zu nass, zu tief oder zu hart und dadurch wiederum zu rutschig) gespielt werden. Das international offizielle Mass eines mit Linien und Distanzzeichen (jeweils 30, 40 und 60 Yards bis zum Tor) markierten Spielfeldes beträgt 182 Meter in der Breite und 274 Meter in der Länge. Immer mehr Veranstalter gehen dazu über, auf kleineren Feldern spielen zu lassen. Vorteil: übersichtlicher für Zuschauer; Nachteil: langsameres Spiel mit kürzerem Passspiel. Polo auf Schnee wird immer auf kleineren Feldern ausgetragen, da die physische Belastung des meist auch in höheren Lagen gespielten Winterpolos für die Pferde noch anspruchsvoller ist als beim Sommerpolo auf Gras. Das nach oben offene und mit Pfosten markierte Tor hat eine Breite von 7,3 Metern.

Teams
Jede Mannschaft besteht aus vier Spielern. Die Nummer 3 ist der Kapitän, der das Spiel organisiert, Nummer 4 – auch «Back» genannt – ist für die Verteidigung verantwortlich, die beiden anderen Spieler orientieren sich offensiv. Wird ein Team mit mehr als vier Spielern und dem Vermerk «sharing» angekündigt, wechseln sich zwei Spieler (zumeist mit dem gleichen Handicap) auf einer Position ab.

Handicap
Jeder Polospieler spielt, je nach Können, mit einem Handicap zwischen –2 und +10. Während –2 das Anfänger- und Einsteigerniveau bezeichnet, gibt es weltweit nur rund zehn Spieler – zumeist Argentinier – mit dem höchstmöglichen Handicap von +10. Rund 90 Prozent aller Polospieler bewegen sich in einem Handicaprahmen von 0 bis +2. Die Handicaps werden von den nationalen Poloverbänden jedes Jahr je nach Turniererfolgen der einzelnen Spieler neu bewertet und vergeben.

Bei der Zusammenstellung eines Teams werden die Handicaps der vier Einzelspieler addiert und so das Teamhandicap ermittelt. Turniere werden in unterschiedlichen Spielklassen (Low-, Medium- oder High-Goal) ausgeschrieben, denen die Teamhandicaps der gemeldeten Mannschaften entsprechen müssen. Treten Mannschaften mit unterschiedlichen Teamhandicaps gegeneinander an, wird die Differenz durch eine entsprechende Torvorgabe für eine der Mannschaften ausgeglichen.

Chukker
Ein Polospiel besteht (je nach Ausschreibung des Turniers) aus 4, 5 oder 6 Spielabschnitten, den so genannten Chukkern. In Europa werden normalerweise 4 Chukker gespielt, ein Chukker dauert 7,5 Minuten, der letzte Chukker im Spiel nur 7 Minuten. Ein Pferd darf während eines Spiels insgesamt in nicht mehr als zwei Chukkern eingesetzt und nicht in aufeinander folgenden Chukkern gespielt werden. Nach jedem Spielabschnitt werden also die Pferde gewechselt. In der Mitte des Spiels – also in der Regel nach zwei Chukkern – gibt es eine fünfminütige Pause. Auf Rasen wird in dieser Pause das Publikum aufgefordert, auf das Polofeld zu kommen, um die von den Pferdehufen aufgerissene Grasnarbe wieder «einzutreten».

Spielrichtung
Kurios und traditionsreich – für den Poloneuling auf jeden Fall verwirrend: Nach jedem Tor wechselt die Spielrichtung. Ihren Ursprung hat diese Regel in den heissen und sonnigen Kolonien Englands, wo das Spiel gegen die tief stehende und blendende Sonne einen entscheidenden Nachteil für ein Team mit sich brachte. Zudem verhindert die Regel, dass bei einseitig verlaufenden Matches der Boden in der Torregion der schwächeren Mannschaft zu stark beschädigt wird.

Wegerecht / «Line of the ball»
Die grundlegendste und wichtigste Regel im Polosport ist das so genannte «Wegerecht». In jeder Situation des Spiels besteht ein Wegerecht, das immer der Spieler hat, der sich direkt auf der Linie des Balles – der Fluglinie seines geschlagenen Balles – befindet. Kein anderer Spieler darf sich in dieses Wegerecht begeben oder es kreuzen. Kein Spieler darf sein Pferd auf der Wegerechtlinie anhalten oder über die Linie hinweg durchparieren, wenn er hierbei auch nur das kleinste Risiko einer Kollision mit dem aktuell das Wegerecht innehabenden Spieler eingeht.

Der Spieler mit dem Wegerecht darf lediglich «abgeritten» oder «gestickt» werden. Sticken bedeutet, den Schlag des anderen mit dem eigenen Stick zu verhindern, also den Stick des Gegners beim Ausholen oder Zuschlagen mit dem eigenen Schläger zu stören. Das Sticken über das gegnerische Pferd hinweg ist untersagt. Abreiten ist der Versuch, einen parallel reitenden Gegner durch eine Art Bodycheck aus der Spur zu drängen, so dass er den Ball nicht mehr treffen kann. Abreiten ist dann erlaubt, wenn es parallel und nicht im Winkel zum Gegner, der sich auf dem Wegerecht befindet, geschieht.

Schlagtechniken
Der Ball wird grundsätzlich auf der rechten Seite des Pferdes gespielt. Diese Schläge heissen «Offside» und werden vorwärts (Offside Forehand) oder rückwärts (Offside Backhand) gespielt.
Für so genannte «Nearside»-Schläge, die auf der linken Seite des Pferdes gespielt werden, muss sich der Spieler im Sattel drehen und den Stick in der rechten Hand auf die andere Seite des Pferdes bringen. Nearside Forehand und Nearside Backhand sind die entsprechenden Vorwärts- und Rückwärtsschläge. «Under the neck» heissen die vor dem Pferd bzw. unter dem Hals des Pferdes ausgeführten Schläge. Zu den schwierigsten Techniken gehören die «Round the tail»-Schläge, die hinter dem Pferd ausgeführt werden.

Das Polopferd
Das heutige Polopferd (Stockmass 155 bis 160 cm), das längst kein Pony mehr ist, entstand durch die Veredelung der ursprünglichen Mountain Ponies des Himalaja (125 bis 135 cm), der Manipuris von Assam, mit englischen oder amerikanischen Vollblütern, Arabern und anderen, vor allem südamerikanischen Vollblutpferden. Die heute noch dominierende argentinische Polozucht zeichnet sich durch widerstandsfähige Pferde mit hohem Beschleunigungsvermögen, Mut und Kampfkraft, Wendigkeit und Aufmerksamkeit aus.

Die Ausrüstung
Die Spieler sind ausgerüstet mit einem «Mallet» genannten Schlagstock in einer Länge von rund 1,5 Meter (je nach Höhe des Ponys und Vorlieben des Spielers gibt es unterschiedliche Längen, verschiedene Gewichte und frei wählbare Spann- und damit Schwungkraft der Stöcke). Der Mallet ist aus Bambus, an dem eine hölzerne, abgekantete «Zigarre», die eigentliche Schlageinheit, angebracht ist. Der Griff ist mit einer Stoffschlinge ausgestattet, die um die Hand gewickelt wird und dem Schlag Stabilität verleiht. Zum Schutz des Spielers sind ein Helm, vernünftigerweise ergänzt mit einem Gesichtsgitter, sowie lederne Knieschoner vorgeschrieben; die Beine der Poloponys müssen mit weichen Bandagen gegen Schüsse und Schläge geschützt werden; der Schweif wird hochgebunden, damit der Schlagstock sich darin nicht verfangen kann. Geritten wird auf leichten Sätteln ohne Kniepauschen; die zweifache Zügelführung mit Hebel- und Stützzügel verhindert beim Bruch eines Zügels die Steuerlosigkeit und unterstützt das Pferd in seinem Gleichgewicht; Vorgeschirr und Stosszügel garantieren den Halt des Reiters auch bei extremen Richtungsänderungen und Stopps.

Quelle: www.polostmoritz.com

Turnierreglement

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